Donnerstag, 8. Dezember 2011

Diego Rivera

Diego Rivera zum 125. Geburtstag Kommunismus, Kunst und Frida Kahlo

Von Lukas Köhler
Wer das Parlament von Mexiko betritt, kann in eine überwältigende Geschichtsdarstellung eintauchen: Schon im Treppenhaus begegnet einem das 277 Quadratmeter große "Epos des mexikanischen Volkes". Der Erschaffer dieses Monumentalwerkes wäre an diesem Donnerstag 125 Jahre alt geworden.
Wer war dieser Mann, der neben David Alferos Siquerios und José Clemento Orozco zu den drei großen Künstlern ("Los Tres Grandes") der mexikanischen Moderne gezählt wird, und der von Google am heutigen Donnerstag mit einem Doodle zu seinem 125. Geburtstag geehrt wird?
Google Doodle für Diego Rivera Bild vergrößern Google Doodle im Stile eines Freskos von Diego Rivera zum 125. Geburtstag des Künstlers. (© Screenshot: Google )
Bereits im Kindesalter wurde Diego Riveras großes Zeichentalent erkannt und an der Academia de San Carlos gefördert. Eigentlich hatte es ihm die Landschaftsmalerei angetan, doch seine Lehrer begeisterten ihn auch für die alten indianischen und mexikanischen Kunstwerke, wie sich in seinen späteren Werken zeigen sollte.
Ein Stipendium und der Verkauf von Bildern ermöglichten es ihm, nach Europa zu reisen und die künstlerischen Strömungen des alten Kontinents kennen zu lernen. In Madrid studierte er im Prado die alten Meister wie El Greco oder Francisco de Goya und traf führende spanische Künstler wie Pablo Picasso und Georges Braque. In Frankreich arbeitete er in den Schulen von Montparnasse, traf englische Literaten in London und besichtigte in Rom die Wandfresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle.
Er skizzierte, kopierte und versuchte, die modernen Stile in Europa zu erlernen. Zwischenzeitlich kehrte er in seine Heimat zurück, wo er vor allem finanziell erfolgreiche Ausstellungen veranstaltete, so dass er es sich leisten konnte, weiter in Europa zu leben und zu arbeiten. Doch während seines kurzen Aufenthalts brach 1911 die Mexikanische Revolution aus, über die der diktatorisch regierende Präsident Porfirio Díaz schließlich stürzte.
Die politischen Wirren in seiner Heimat beobachtete Rivera genau, als er rastlos durch Europa reiste, wo er Ausstellungen gestaltete, weiter neue Stile adaptierte und Künstler traf. München, Prag und Paris lagen auf seinem Weg. Als ihm die politische Lage günstig erschien, kehrte er 1921 nach Mexiko zurück und wurde bald in das Regierungsprogramm des neuen Kulturministers aufgenommen. Dieser sah nach der politischen und der sozialen Reform Mexikos auch eine Kulturreform vor.

Wandgemälde im Auftrag der Politik

Schließlich wurde Rivera beauftragt, großformatige Wandgemälde zu erstellen, die die Bevölkerung erziehen und über die nationale Geschichte und Kultur zu belehren. Hatte sich Rivera bisher an den Kunststilen des alten Kontinents orientiert, so entwickelte er nun zusammen mit anderen zurückgekehrten mexikanischen Künstlern den neuen Stil des Muralismo, des Wandgemäldes im Dienste der öffentlichen Bildung. Im Mittelpunkt der Darstellungen stand neben der nationalen Geschichte Mexikos vor allem die harte Arbeit des Menschen.

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