Montag, 15. Juli 2013

Rembrandt und die geschwätzige Magd

Unnützes Google-Doodle-Wissen /
Von Tobias Dorfer
/ Veröffentlicht , im Unnützes Google-Doodle-Wissen

Google ehrt Rembrandt van Rijn mit einem Google Doodle.

(Foto: Screenshot Google)
Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 407. Geburtstag des 1669 verstorbenen Malers Rembrandt van Rijn.
Das ist zu sehen:
Eine dunkelbraune Platte mit dem Google-Logo - bedeckt vom Porträt Rembrandts. Vor 407 Jahren wurde der berühmte Maler aus den Niederlanden geboren. Wer die Bilder Rembrandts sehen möchte, sollte das Rijksmuseum Amsterdam besuchen, das am 13. April wiedereröffnet wurde. Hier ist Rembrandts "Nachtwache" zu sehen, eines der bekanntesten Gemälde der Welt. Viele seiner Werke stehen auch im Google Art Project in hoher Auflösung. So ist (fast) jeder Pinselstrich Rembrandts zu sehen.
Dinge, die Sie wissen müssen:
  • Gerede gab es um die Ehe von Rembrandt, Sohn eines Müllers und einer Bäckerstochter, mit Saskia von Uylenburgh. Ihr Vater war ein äußerst wohlhabender Patrizier - und so brachte die Tochter 40.000 Gulden in die Ehe mit Rembrandt ein. So konnte das Paar ziemlich sorgenfrei leben, was aber nicht allen gefiel. Saskias Schwestern erzählten im Ort herum, Rembrandt und seine Frau würden das Familienvermögen verschwenden. Das ließ Rembrandt nicht auf sich sitzen und verklagte die Verwandten seiner Frau. 64 Gulden forderte der Künstler für sich und noch einmal 64 Gulden für Saskia. Die Beklagten wollten aber nur acht Gulden zahlen, "weil er nur ein Maler und sie nur die Frau eines Malers ist". Am Ende weist das Gericht die Klage von Rembrandt ab.
  • Rembrandt soll eine äußerst gesprächige Magd gehabt haben. Eines Tages machte sich der Künstler einen Spaß, malte ein Porträt der Frau und stellte es ins Fenster des Hauses. Es dauerte nicht lange, und die Nachbarinnen kamen vorbei und sprachen mit dem Bild, das der Wirklichkeit offenbar ziemlich nahe kam. Erst als sie merkten, dass die Frau im Fenster gar nicht antwortete, kamen sie näher und bemerkten ihren Irrtum.
  • Die Werke Rembrandts sind beileibe nicht so einzigartig wie viele dachten. Viele Bilder - unter anderem "Der reuige Judas" wurden von anderen Künstlern kopiert. Was ist echt und was nicht? Das erforscht seit 1968 das Rembrandt Research Project. Eine Gruppe von Wissenschaftlern untersucht Gemälde, die Rembrandt zugeschrieben werden. Durch die Arbeit der Projektgruppe verringerte sich die Zahl der Bilder, die zweifellos von Rembrandt stammen, auf 350.
  • Rembrandt stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus, die Familie seiner Frau Saskia war vermögend - und doch starb er am Ende in Armut. Das hat mehrere Gründe. Einer sind Tulpenzwiebeln. Während der holländischen Tulpenmanie spekulierte Rembrandt damit und verlor viel Geld. Nach Rembrandt ist auch eine Tulpenart benannt - auch wenn dieser die schönen Blüten nie selbst malte.
  • Wahrscheinlich gibt es keinen Künstler, der sich selbst so oft gemalt hat wie Rembrandt. Etwa 60 Selbstporträts gibt es von ihm: Rembrandt als aufstrebender Künstler, Rembrandt im prachtvollen Gewand, Rembrandt als armer Schlucker im einfachen Malerkittel. So geben die Selbstbildnisse einen guten Eindruck von seinem ereignisreichen Leben.
Interessant für:
Studenten der Kunstgeschichte, Freunde starker Hell-Dunkel-Kontraste und Stammgäste im Rijksmuseum Amsterdam.
Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:
"Wusstet ihr schon, dass Rembrandt seine Farben mit Weizenmehl klebriger gemacht haben soll?"
Sehen Sie alle Folgen unseres Google-Doodle-Wissens hier.

Quelle: Süddeutsche.de

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